„Ein Projektleiter muss ein Schweinetreiber sein. “ Den Satz habe ich wortwörtlich so von einem meiner früheren Chefs gehört. Er war nicht irgendein Chef, sondern Werksleiter und Geschäftsführer eines bekannten Pharmaunternehmens. Und er meinte das so. Er lebte diese Rollenbeschreibung täglich auch vor. Ich frage mich, welche Ausbildung man wohl für die Stelle eines Schweinetreibers benötigt.

Mal ganz abgesehen davon, dass besagter Werksleiter mit einer solchen Äußerung nicht einmal die ersten fünf Minuten einer Zertifizierungsprüfung für Projektmanager bei der GPM/IPMA überstanden hätte, ist dieses Verständnis auch vollkommen falsch. Ein Projektleiter darf kein Schweinetreiber sein! Was wäre das denn auch für eine Denkweise: meine Mitarbeiter sind alles (faule) Schweine? Eine Einstellung, die garantiert nicht zum Erfolg führt. Und als verantwortlicher Projektleiter müsste man dann auch reflektieren, wer denn für die Auswahl der Mitarbeiter (=Schweine) verantwortlich war. Das wirft kein gutes Licht auf ihn.

Natürlich gibt es in Projekten auch mal Stress. Sei es durch Terminverzüge, Budgetknappheit oder auch persönliche Konflikte. Hier ist dann der Projektleiter gefragt, die richtigen Maßnahmen zu ergreifen. Und ja, dass kann und muss auch manchmal Druck sein. Diesen Druck muss er dann aber auch bitte den Projektmitarbeitern erklären. Die sind ja nicht blöd und können, wenn damit das Projektziel erreicht werden kann, in den meisten Fällen gut mit dem Druck umgehen. Und sie haben die Erwartung und das Recht auf einen wertschätzenden Umgang mit ihnen. Verweigert man ihnen diese Wertschätzung, eben wie ein Schweinetreiber, so können sie sich auch entsprechend der ihnen zugeschriebenen Rolle verhalten. Und was glauben sie, passiert dann wohl mit den angestrebten Terminzielen und Projekt-Meilensteinen?

Nach meiner Erfahrung aus vielen Projekten ist ein wertschätzender Umgang mit allen Projektteammitgliedern der beste Weg, die Projektziele zu erreichen. Gerade in der Pharmaindustrie habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass man viele gute freiberufliche Ingenieure später in anderen Projekten wieder trifft. Wenn man die einmal als Schweine behandelt hat, darf man nicht erwarten, dass die noch einmal für einen Schweinetreiber tätig werden.

Achten Sie insbesondere beim Projektbeginn unbedingt darauf, ein gutes Projektteam zusammen zu stellen und die richtige Führung des Teams zu etablieren. Kommunikationsregeln müssen vereinbart und dann auch eingehalten werden. Das schafft Verlässlichkeit und vermeidet schon zu Beginn Informationslücken, Missverständnisse und den daraus oft resultierenden Stress. Eine Projektmanagerweisheit dazu lautet: „Sage mir, wie Dein Projekt beginnt, und ich sage Dir, wie es endet.“

Wenn Sie Unterstützung und Beratung zum erfolgreichen Start eines Projektes benötigen, wenden Sie sich gerne an mich. Und auch, wenn das Projekt schon läuft, bietet Behrens Projektmanagement ein Projekt-Audit nach DIN 69901 an, um Fehlentwicklungen zu erkennen und korrigierende Maßnahmen zu ergreifen, bevor es zu spät ist.

Ich freue mich auf Ihre Kontaktaufnahme.

Detlef Behrens