Wer meint, Ingenieur:innen und Manager:innen würde nicht „auf der Straße“ landen, der könnte mit seiner Ansicht nicht weiter von der Realität entfernt liegen – zumindest, wenn man sich dem Ausdruck „auf der Straße leben“ aus einem anderen Blickwinkel nähert.

Als Dienstleister und Consultant für andere Unternehmen ist es selbstverständlich im direkten Kontakt zu seinem Kunden zu stehen. Projekt- und Dienstleistungsanfragen können zu jeder Zeit und von allen Winkeln der Welt eintreffen. Ein flexibler und kundenorientierter Service ist unweigerlich mit Dienstreisen und Kundenbesuchen verbunden.

Um auf jeden Kunden eingehen zu können, ist ein hohes Maß an Reisebereitschaft Pflicht. Die flexibelste Reisevariante stellt dabei die Fahrt mit dem PKW dar. Und mit über 12.000 Autobahnkilometern und mehr als 38.000 km Bundesstraße gibt es allein in Deutschland eine Menge zu entdecken.

Je nach aktueller Auftragslage sind Besuche bei zwei oder mehreren Kunden pro Woche durchaus möglich. Ob am Montag ein Termin in Berlin wahrgenommen, zur Mitte der Woche ein Meeting in Leverkusen abgehalten, oder eine freitägliche Präsenzschulung in Marburg geleitet werden möchte – als Dienstleister sind wir für den Kunden vor Ort. Auch wenn dies über 13 Stunden Autofahrt bedeutet.

Ein solches, zugebenen extremes, Beispiel macht eines ganz deutlich – als Consultant sollte man ein Freund von Mobilität sein. Und hierbei bedeutet die richtige persönliche Einstellung alles. Eine hohe Anzahl an Fahrstunden bietet enormes Potential zur persönlichen Weiterentwicklung.

So schafft der Hunger, welcher bei langen Reisezeiten gerne einmal ins Zentrum der eignen Bestrebungen schleicht, die Möglichkeit, der eignen Bequemlichkeit ein Schnippchen zu schlagen. Statt auf praktische und komfortabel zu verzehrenden Mahlzeiten (im Volksmund eher unter der griffigen Bezeichnung Fastfood bekannt) zurückzugreifen, können Mahlzeiten noch vor Reiseantritt bewusst und gesund vorbereitet werden.

Besondere Belastungen, wie Staus oder drängelnde und rücksichtslose Verkehrsteilnehmer:innen, können als eine Art mentale Herausforderungen genutzt werden. Herausforderungen, deren Bewältigung zum Gewinn der persönlichen Besonnenheit beiträgt. So wandeln sich diese typischen Verkehrsbehinderungen mit einer optimistischen und zuvorkommenden Einstellung schnell von nervtötenden Stimmungskillern zu handhabbaren Schwankungen, die zwar den Verkehrsfluss, aber nicht die eigene innere Waage in Schieflage bringen.

Auch das Verhageln der eigenen Stimmung durch widrige Witterungsbedingungen kann mit einer angepassten Fahrweise verhindert werden. Ein Benefit, der sich nicht nur positiv auf die persönliche Stimmung, sondern auch auf die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer:innen auswirkt.

Vor allem aber die Fahrzeit muss nicht „vergeudet“ werden. Berufliche Telefonate lassen sich Dank Freisprecheinrichtungen heutzutage auch während der Fahrt führen und tragen zu einer effizienten Arbeitsweise bei. Und wer sich nicht während der Fahrt zusätzlich mit dem beruflichen Stress auseinandersetzen möchte, der hat die Möglichkeit seinen sprachlichen Horizont mit Hilfe eines auditiven Sprachkurses oder den eignen kulturellen Fundus über ein Hörbuch zu erweitern.

Zusammenfassend bleibt also zu sagen: Als Projektmanager:in oder Projektingenieur:in in konsultierender Position ist die Dienstreise zum Kunden ein essenzieller und einnehmender Bestandteil des Arbeitsalltags. Dies sollte jedem Consultant und Aspiranten bewusst sein. Doch mit kleinen Tricks und der richtigen mentalen Einstellung können auch lange Dienstreisen durchaus angenehm gestalltet werden.