Nach einem erfolgreichen Bewerbungsprozess auf die Position als Projekt- und Qualitätsingenieur gibt es zunächst leider kein passendes Projekt. Einige Zeit darauf klingelt das Handy – es meldet sich „Behrens“ am anderen Ende der Leitung und fragt, ob ich noch Interesse an der Stelle habe. Es gibt ein spannendes neues Projekt in Berlin, in das ich direkt einsteigen könnte. Von da an geht alles ganz schnell: Ich fahre nach Marburg, unterzeichne den Arbeitsvertrag und kaum zwei Wochen später sitze ich zusammen mit meinem neuen Chef im Auto nach Berlin zum ersten Kundengespräch.

Es geht um die Planung des Austauschs einer pharmazeutischen Produktionsanlage, inklusive allen Aufgaben, die dazu gehören: Erstellen eines Terminplans, abklären der Anforderungen an die neue Anlage, Raumlayouts entwerfen und GMP Dokumente erstellen. Bei entsprechendem Kundenauftrag birgt das Projekt die Möglichkeit, die komplette Laufbahn von der Idee bis zur fertigen Anlage zu begleiten. Als „ein schönes Projekt für den Start“ bezeichnet es Herr Behrens und auch ich bin überzeugt, dass alle Parteien davon profitieren können.

Die Abende klingen mit entspannten Gesprächen in der Berliner Gastronomie aus, die Covid-19 Maßnahmen waren durch die geringen Inzidenzen im Sommer 2020 sehr moderat. Bei der Rückreise wird es noch einmal spannend. Ich trete sie in meinem neuen Dienstwagen an, bei dessen Ausstattung ich froh bin, dass meine Generation ein einigermaßen intuitives Gespür für digitale Technik entwickelt hat.

In den folgenden Wochen und Monaten steige ich immer tiefer in die Terminplanung und Umsetzung des Projekts ein, anfangs mit enger Betreuung durch Herrn Behrens, später immer selbstständiger. Eine Schulung zum Auffrischen der GMP-Kenntnisse und eine Einführung in das QM der Behrens Projektmanagement GmbH werden direkt vom Chef gegeben, einem geübten Redner mit seiner Tätigkeit als Hochschuldozent. Ich begleite Produktionsabläufe, vermesse die Räumlichkeiten und diskutiere mit dem Kunden über mögliche und benötigte Features der neuen Anlage. Ich teste mich durch Hotels und Restaurants quer durch die Stadt und verbringe einige Stunden auf der Autobahn. Beim Kunden lerne ich viele nette Mitarbeitende kennen und in den regelmäßigen digitalen Sitzungen auch meine Kolleg:innen